Baseus Spacemate RD1 Pro im Test: Auch ohne Thunderbolt eine überzeugende Dockingstation
LGR Reutlingen – 17 Juni 2026 | Baseus Spacemate RD1 Pro im Test Auch ohne Thunderbolt eine gute Docking Station – das ist die provokante Überschrift, die den Kern des Artikels bereits umreißt: Eine Dockingstation, die sich optisch hervorhebt und trotz des Verzichts auf das inzwischen als Standard geltende Thunderbolt‑Protokoll versucht, den Nutzer mit einem breiten Funktionsumfang zu überzeugen.
Der erste Eindruck entsteht bereits beim Auspacken. In der kompakten, mattschwarzen Box finden wir das eigentliche Spacemate RD1 Pro, ein 180‑Watt‑GaN‑Netzteil, ein 0,8‑Meter‑USB‑C‑Kabel, sowie eine Kurzanleitung. Das Design wirkt futuristisch: Eine glänzende Metalloberfläche, abgerundete Kanten und ein integriertes, magnetisches Qi2‑Ladepad, das sich von 0 bis 90 Grad neigen lässt. Die Möglichkeit, Geräte bis zu 25 W kabellos zu laden, hebt das Gerät von vielen Konkurrenzprodukten ab.
Baseus Spacemate RD1 Pro im Test Auch ohne Thunderbolt eine gute Docking Station – das Zusammenspiel von Anschlüssen und Leistung
Die Anschlussvielfalt ist beachtlich. Auf der Vorderseite befinden sich zwei USB‑C‑Ports, die ausschließlich zum Laden vorgesehen sind, sowie zwei USB‑A‑Ports (USB 3.2 Gen 1, 5 Gbps). Auf der Rückseite finden sich weitere vier USB‑A‑Ports (zwei USB 3.2 Gen 2 mit 10 Gbps und zwei USB 2.0 mit 480 Mbit/s), zwei USB‑C‑Ports (USB 3.2 Gen 2, datenintensiv, aber nicht ladend), zwei HDMI‑Ausgänge (einer mit 4K @ 120 Hz, der andere auf 60 Hz limitiert) sowie ein Gigabit‑Ethernet‑Port und Kartenleser für SD‑ und microSD‑Karten. Zusätzlich gibt es einen USB‑C‑Host‑Port, der als Schnittstelle zum Laptop dient und bis zu 100 W Power‑Delivery liefert.
Ein interessantes Feature ist das kleine Frontdisplay. Es informiert in Echtzeit, welche Ports gerade belegt sind, wie viel Leistung verteilt wird und welchen Betriebsmodus das Dock gerade nutzt. Durch einen Knopf lässt sich zwischen “Hybrid Mode” – voller Funktionsumfang – und “Charging Mode” – reiner Ladestrom – umschalten. Diese Transparenz ist für Power‑User ein echter Mehrwert.
Die Gesamtleistung von 160 W wird über alle Anschlüsse verteilt. In der Praxis bedeutet das, dass bei Anschluss eines leistungshungrigen Laptops (z. B. ein Surface Laptop 7 mit Snapdragon X) und gleichzeitigem Laden des Smartphones über das Qi‑Pad die verbleibende Leistung für weitere Peripheriegeräte schnell zur Grenze führt. Das ist ein typisches Szenario bei GaN‑basierten Docks, bei denen die Energieverwaltung clever, aber nicht unbegrenzt ist.
Ein Kritikpunkt: Die Position der Cardreader auf der Rückseite erweist sich im Dauerbetrieb als unhandlich. Wer häufig Speicherkarten wechselt, muss das Dock umdrehen oder im Dunkeln einstecken – ein Ärgernis, das jedoch durch das Fehlen eines Front‑Cardreaders erklärt wird, da dort das Display Platz einnimmt.
Warum kein Thunderbolt?
Baseus begründet den Verzicht mit dem Fokus auf Vielseitigkeit und Lizenzkosten. Thunderbolt‑Lizenzen seien nach wie vor teuer, und die meisten Nutzer hätten keinen Bedarf an den maximalen Durchsatz von 40 Gbps. Für einen Preis von rund 260 Euro liegt das RD1 Pro im Mittelfeld: Thunderbolt‑Docks kosten oft deutlich mehr, während das Baseus‑Modell mit seiner breiten Anschlusspalette und dem Qi‑Ladepad ein attraktives Preis‑Leistungs‑Verhältnis bietet.
Allerdings hat der fehlende Thunderbolt‑Support konkrete Folgen. Unter macOS können über einen einzigen USB‑C‑Port keine unabhängigen Bildsignale an zwei Monitore gesendet werden – beide zeigen das gleiche Bild. Echter Multi‑Monitor‑Betrieb funktioniert daher nur unter Windows, wo die Treiber die Aufteilung von HDMI‑ und USB‑C‑Videoausgängen ermöglichen. Für Nutzer, die primär macOS einsetzen, stellt das einen entscheidenden Nachteil dar.
Markt‑ und Branchenimplikationen
Der Trend zu Dockingstationen mit integriertem Kabellademodul spiegelt die wachsende Erwartungshaltung an mobile Arbeitsplätze wider. Unternehmen investieren in flexible Arbeitsplätze, und Geräte wie das Spacemate RD1 Pro ermöglichen ein schnelles „Plug‑and‑Play“ ohne zusätzliches Ladeequipment. Gleichzeitig zeigen die Lizenzkosten für Thunderbolt, dass Hersteller nach kosteneffizienten Alternativen suchen, um ihre Produkte preislich attraktiv zu halten.
Aus Sicht der Lieferkette ist die Nutzung von GaN‑Technologie bemerkenswert: Sie erhöht die Energieeffizienz und reduziert die Wärmeentwicklung, was wiederum die Lebensdauer des Geräts verlängert. Hersteller, die frühzeitig auf GaN umsteigen, können sich Wettbewerbsvorteile sichern, da Kunden zunehmend Wert auf Nachhaltigkeit und Langlebigkeit legen.
Preislich liegt das Dock bei 259,99 Euro, lässt sich jedoch dank eines Aktionscodes bis zum 21. Juni auf 199,99 Euro reduzieren. Für professionelle Nutzer, die mehrere Geräte gleichzeitig betreiben und ein elegantes, platzsparendes Design schätzen, ist das Angebot somit attraktiv.
Ein weiteres Marktzeichen ist die Integration von Qi‑2‑Ladepads, die höhere Leistungen (bis zu 25 W) ermöglichen. Während klassische Induktionspads mit 5–10 W auskommen, eröffnet die höhere Leistung neue Nutzungsszenarien, etwa das gleichzeitige Laden von Laptop‑Batterien und Smartphones. Die Konkurrenz hat hier noch Nachholbedarf, was Baseus einen kurzfristigen Vorsprung verschafft.
Die Entscheidung zwischen Thunderbolt‑ und Nicht‑Thunderbolt‑Docks hängt stark vom eingesetzten Ökosystem ab. Unternehmen, die stark auf macOS setzen, werden weiterhin in teurere Thunderbolt‑Lösungen investieren, während Windows‑Dominierte von den flexiblen, günstigeren Varianten profitieren können. Das Spacemate RD1 Pro positioniert sich klar im Segment der Windows‑User, die auf ein umfassendes Anschluss-Portfolio ohne das Premium‑Label Thunderbolt setzen wollen.
Fazit und Ausblick
Baseus Spacemate RD1 Pro im Test Auch ohne Thunderbolt eine gute Docking Station – das Fazit lautet, dass das Gerät trotz des fehlenden Thunderbolt‑Ports überzeugend ist, solange die Nutzer die geringere Bandbreite akzeptieren. Das Qi‑2‑Ladepad, das informative Frontdisplay und die Vielzahl an USB‑C‑ und HDMI‑Ports machen das Dock zu einem praktischen Begleiter für den modernen Arbeitsplatz. Fehlende Features wie ein 3,5‑mm‑Audio‑Jack und ein zu kurzes USB‑C‑Kabel mindern den Gesamteindruck nur geringfügig.
Für Unternehmen und Power‑User, die ein flexibles, preisgünstiges Docking‑Solution suchen, ist das Spacemate RD1 Pro ein empfehlenswerter Kandidat. Die wachsende Akzeptanz von GaN‑Netzteilen und kabellosen Ladepads dürfte den Trend weiter beflügeln, während Thunderbolt‑Kompatibilität vermutlich ein Nischenmarkt bleibt, der von Premium‑Herstellern dominiert wird.




