BMW iX3 gewinnt Reichweiten-Test in Norwegen – Was der El Prix 2026 über Elektroautos verrät
LGR Reutlingen – 15 Juni 2026 | Der BMW iX3 gewinnt Reichweiten-Test in Norwegen mit einer Rekordstrecke von 781 Kilometern und übertrifft damit sogar die offizielle WLTP‑Angabe von 770 Kilometern. Der Erfolg des Elektro‑SUVs aus der Neuen Klasse wurde beim diesjährigen Sommer‑El Prix des norwegischen Automobilclubs NAF in Zusammenarbeit mit der Fachzeitschrift Motor gemessen – ein Praxistest, der jährlich als einer der realitätsnahesten in Europa gilt.
BMW iX3 gewinnt Reichweiten-Test in Norwegen – Rekord für die Neue Klasse
Der Test fand auf öffentlichen Straßen statt und kombinierte Stadtverkehr, Landstraßen sowie Schnellstraßen unter nahezu idealen Sommerbedingungen: trockene Fahrbahnen, durchschnittlich 18 °C und ein Höhenunterschied von rund 700 Metern zwischen Start und Ziel. Diese Faktoren machen den El Prix zu einem wichtigen Indikator dafür, wie gut WLTP‑Werte unter realen, aber nicht künstlich günstigen Bedingungen reproduzierbar sind.
Im Ergebnis setzte sich der iX3 klar an die Spitze eines 24‑Fahrzeug‑Feldes. Mit einer absoluten Reichweite von 781 km lag er nicht nur vor allen Konkurrenten, sondern übertraf seine WLTP‑Zahl um 1,4 %. Die Leistung ist bemerkenswert, weil das Fahrzeug nicht nur auf dem Papier, sondern im echten Straßenbetrieb ein Stück weit effizienter arbeitet als die Herstellerprognose.
Die nachfolgenden Plätze geben Aufschluss darüber, welche Modelle die aktuelle Elektromobilität dominieren und wo noch Nachholbedarf besteht. Die Top‑Fünf lautete:
- BMW iX3 – 781 km (WLTP 770 km, +1,4 %)
- Lucid Gravity – 720 km (WLTP 748 km, –3,7 %)
- Mercedes‑Benz CLA – 675 km (WLTP 712 km, –4,7 %)
- Mercedes‑Benz GLC – 665 km (WLTP 642 km, +3,4 %)
- Xpeng X9 – 646 km (WLTP 580 km, +11,4 %)
Der zweite Platz ging an das US‑Luxus‑SUV Lucid Gravity, das mit 720 km zwar deutlich hinter dem BMW lag, aber dennoch 3,7 % unter seiner WLTP‑Angabe blieb. Interessant ist hier, dass das Modell trotz seiner Größe nicht die gleiche Effizienz wie der iX3 erreichen konnte – ein Hinweis darauf, dass das Verhältnis von Batteriekapazität zu Fahrzeuggewicht nach wie vor ein kritischer Erfolgsfaktor ist.
Mercedes‑Benz präsentierte mit dem CLA und dem GLC zwei unterschiedliche Strategien. Während der CLA hinter seiner WLTP‑Zahl zurückblieb, übertraf der GLC die offizielle Reichweite um 3,4 %. Diese Divergenz verdeutlicht, dass die reale Effizienz stark von der jeweiligen Modellvariante und dem Fahrprofil abhängt.
Besonders auffallend war die Performance des chinesischen Xpeng X9. Trotz einer geringeren absoluten Reichweite von 646 km schlug er die WLTP‑Zahl um beeindruckende 11,4 % nach oben. Der Erfolg des X9 beweist, dass auch große Vans inzwischen ein effizientes Reichweitenmanagement bieten können – ein Trend, der für europäische Hersteller künftig eine Herausforderung darstellt.
Kleinere Fahrzeuge zeigten ebenfalls überraschend gute Werte. Der Kia EV2 übertraf seine WLTP‑Angabe um 5,5 %, der Hyundai Inster um 3,6 % und der Dongfeng Vigo um 2,4 %. Solche Ergebnisse stärken die Argumentation, dass insbesondere kompakte Modelle unter günstigen Bedingungen leicht über den offiziellen Zahlen liegen können.
Im Mittelfeld kämpften etablierte Mittelklasse‑ und Familienmodelle um solide Werte. Der Polestar 3, der Toyota C‑HR+, der Kia EV4 und der Hyundai Ioniq 9 erreichten Reichweiten zwischen 566 km und 601 km, blieben jedoch jeweils ein paar Prozent unter ihren WLTP‑Angaben. Der Smart #5 überraschte mit einem Plus von 3 % gegenüber WLTP, während der Toyota bZ4X exakt die prognostizierte Reichweite von 506 km erreichte.
Ein Ausreißer nach unten war der MG IM6, der statt der versprochenen 505 km nur 446 km schaffte – ein Minus von 11,7 %, das die größte negative Abweichung im Test darstellte. Diese Diskrepanz wirft ein Licht auf die Gefahr, dass zu optimistische WLTP‑Zahlen in der Praxis nicht immer gehalten werden können.
Der Test liefert zwei zentrale Erkenntnisse: Erstens wächst die absolute Reichweite moderner Elektroautos weiter, und zweitens sind die WLTP‑Werte unter normalen, aber günstigen Bedingungen oft realistisch – manche Modelle übertreffen sie sogar. Gleichzeitig bleibt die Streuung groß, was zeigt, dass Verbraucher bei der Kaufentscheidung nicht allein auf die offiziellen Zahlen vertrauen sollten.
Aus Sicht der Industrie bedeutet das Ergebnis für den iX3, dass BMW mit der Neuen Klasse einen wichtigen Meilenstein erreicht hat. Der Vorstandsvorsitzende von BMW, Oliver Zipse, betonte bereits bei der Vorstellung des iX3, dass die Marke „nachhaltige Mobilität mit höchstem Fahrspaß verbinden will“. Der aktuelle Test bestätigt, dass die Kombination aus effizienten Antriebsstrang, optimierter Aerodynamik und intelligenter Batteriemanagement‑Software funktioniert.
Für die Konkurrenz bedeutet das, dass die Optimierung von WLTP‑Prognosen und die tatsächliche Effizienz im Feld stärker in den Fokus rücken müssen. Modelle wie der Xpeng X9 zeigen, dass chinesische Hersteller mit aggressiver Software‑Optimierung und geringem Fahrzeuggewicht konkurrenzfähig werden.
Marktanalysten sehen im Ergebnis des El Prix 2026 einen positiven Impuls für die gesamte Elektromobilitätsbranche. Die steigende Reichweite reduziert die Angst vor Reichweitenknappheit und könnte die Akzeptanz bei breiteren Kundengruppen erhöhen. Gleichzeitig bleibt die Preisgestaltung ein kritischer Faktor: Während Premium‑Modelle wie der Lucid Gravity hohe Reichweiten bieten, sind sie für die Masse noch zu teuer.</n
Die nächsten Jahre werden zeigen, wie Hersteller ihre Batterietechnologien weiterentwickeln, um sowohl Reichweite als auch Kosten zu optimieren. Der iX3 hat mit seiner Leistung gezeigt, dass ein gut abgestimmtes System bereits heute die Erwartungen übertreffen kann – ein Zeichen dafür, dass die Elektromobilität auf einem guten Weg ist.






