Österreichs Wettbewerbsfähigkeit im Sinkflug: IMD-Ranking 2026
LGR Reutlingen – 18 Juni 2026 | Das aktuelle IMD-Ranking 2026 bestätigt, was viele Handelsunternehmen seit Jahren spüren: Österreich verliert schrittweise an Wettbewerbsfähigkeit. Der Handelsverband spricht von einer „Abstiegszone“ und fordert konsequente Reformschritte, um die Rahmenbedingungen für Unternehmen zu verbessern.
IMD-Ranking 2026: Österreich fällt bei Wettbewerbsfähigkeit zurück
Österreich ist Weltmeister im Ankündigen von Reformen, bei der Umsetzung aber seit Jahren in der Abstiegszone. Das aktuelle IMD-Ranking bestätigt, was viele Handelsunternehmen seit Jahren spüren: Österreich verliert schrittweise an Wettbewerbsfähigkeit und schwächt mit einer Paketsteuer, die ihren Zweck eindrucksvoll verfehlt, ausgerechnet jene Unternehmen, die investieren und Arbeitsplätze schaffen.
Der Handel muss damit einmal mehr als reine Melkkuh für ein Budgetdefizit herhalten, das auch auf jahrelang verschleppte Reformen zurückzuführen ist, sagt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands. Staatliche Effizienz wird zum Wettbewerbsfaktor: Österreich verfügt weiterhin über starke Grundlagen, von qualifizierten Fachkräften über eine leistungsfähige Infrastruktur bis hin zu innovativen Unternehmen.
Reformen und Digitalisierung als Schlüsselfaktoren
Gleichzeitig verliert der Standort jedoch an Boden, wo politische Entscheidungen und staatliche Rahmenbedingungen unmittelbar Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit haben, sagt Will. Seit dem Höchststand 2007 hat Österreich im IMD-Ranking 18 Plätze verloren, allein seit 2020 ging es um 13 Plätze nach unten. Seit Jahren werden dieselben Schwachstellen identifiziert: hohe Lohnnebenkosten, überbordende Bürokratie, langwierige Verfahren und eine wachsende regulatorische Belastung.
Jetzt braucht es endlich konsequente Reformschritte, fordert der Handelsverband. Mehr Tempo bei Genehmigungsverfahren und Steuerrückzahlungen sei besonders wichtig. Der Handelsverband bewertet das schwache Abschneiden bei der staatlichen Effizienz als kritisch: Langwierige Genehmigungsverfahren, regulatorische Komplexität und langsame Verwaltungsprozesse bremsen Investitionen und binden unnötig Ressourcen.
Der Handelsverband fordert deshalb einen konsequenten Bürokratieabbau, eine umfassende Digitalisierung der Verwaltung, deutlich schnellere Verfahren sowie eine spürbare Entlastung bei den Arbeitskosten. Gerade in Zeiten knapper öffentlicher Budgets muss der Staat dort ansetzen, wo Verbesserungen ohne hohe Zusatzkosten möglich sind: bei Effizienz und Geschwindigkeit.




