Reiselust bleibt hoch – Deutsche planen Urlaub trotz steigender Kosten
LGR Reutlingen – 20 Juni 2026 | Reiselust bleibt hoch Deutsche planen Urlaub trotz steigender Kosten, wie eine aktuelle Befragung des Marktforschungsinstituts d2dfc zeigt. Trotz unsicherer Konjunktur und inflationsbedingter Preissteigerungen wollen mehr als 70 % der Deutschen ihre Reisepläne für das Jahr 2026 nicht aufgeben – sie passen lediglich das Budget und die Wahl des Reiseziels an.
Reiselust bleibt hoch Deutsche planen Urlaub trotz steigender Kosten – Fakten und Trends
Die Umfrage, an der über 3.000 Haushalte teilnahmen, ergab, dass rund 39 % bereits feste Reisen gebucht haben, während weitere 18 % aktiv nach einer passenden Option suchen. Über die Hälfte der Befragten gibt an, sich besonders auf den bevorstehenden Urlaub zu freuen, und ein weiterer großer Teil ist zumindest positiv gestimmt.
Ein entscheidendes Ergebnis ist das veränderte Buchungsverhalten: Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden hat bereits Anpassungen vorgenommen, weil die Kosten für Transport und Unterkunft stark gestiegen sind. Geopolitische Unsicherheiten, etwa durch Konflikte in fernen Regionen, tragen ebenfalls zur Zurückhaltung bei Fernreisen bei.
Preisbewusstsein manifestiert sich nicht nur in der Wahl günstigerer Angebote, sondern auch in der Nutzung flexibler Stornierungsoptionen und Reiseversicherungen. Viele Reisende sichern sich damit gegen unvorhergesehene Preisentwicklungen ab und behalten gleichzeitig die Möglichkeit, spontan zu reagieren.
Ein klarer Trend lässt sich bei den Destinationen erkennen: Die Nähe gewinnt an Bedeutung. Deutschland selbst, sowie angrenzende europäische Länder wie Österreich, die Niederlande und Italien, stehen hoch im Kurs. Fernziele wie Südostasien oder die USA werden deutlich seltener auf die Wunschliste gesetzt.
Auch das bevorzugte Verkehrsmittel ändert sich. Das eigene Auto bleibt die Hauptoption – vor allem für Kurzstrecken und Familienreisen. Flugreisen verlieren an Attraktivität, während die Bahn, trotz höherer Preise, von umweltbewussten Reisenden genutzt wird. Alternative Reiseformen wie Kreuzfahrten oder Camper‑Urlaube spielen nur eine untergeordnete Rolle.
Für den Einzelhandel ergeben sich aus diesem veränderten Verhalten neue Chancen. Ein signifikanter Teil der Befragten zeigt Interesse an Reiseangeboten von Lebensmitteleinzelhändlern, etwa Kombipakete für Campingbedarf oder regionale Spezialitäten für den Urlaub. Händler können damit gezielt preisbewusste Kunden ansprechen, indem sie Sonderaktionen und Bundles rund um das Reiseziel anbieten.
Die Preisorientierung wirkt sich zudem auf die Produktwahl aus. Viele Verbraucher achten beim Kauf von Koffern, Reiseapotheken oder Outdoor‑Ausrüstung besonders auf Rabattaktionen. Händler, die frühzeitig saisonale Angebote kommunizieren, können so ihre Absatzchancen steigern.
Aus Sicht der Tourismusbranche bedeutet die anhaltende Reiselust trotz Kostensteigerungen, dass die Nachfrage nicht signifikant zurückgehen wird. Anbieter, die Flexibilität, transparente Preisgestaltung und sichere Stornierungsbedingungen bieten, können sich Wettbewerbsvorteile sichern. Gleichzeitig sollten sie verstärkt regionale Angebote bewerben, um dem Trend zur Naherholung gerecht zu werden.
Die Daten zeigen, dass die deutsche Bevölkerung trotz finanzieller Belastungen die Reiselust nicht aufgibt. Stattdessen passen sie ihre Pläne an die veränderten Rahmenbedingungen an – ein Zeichen für eine resiliente Konsumkultur, die sowohl das Bedürfnis nach Erholung als auch das Bewusstsein für Kosten in Einklang bringt.




