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Startups

Exist-Förderung: Hochschule Mannheim vergibt je eine Million Euro an zwei Ausgründungen

3. Juni 2026 um 22:04·Sebastian Weber
Exist-Förderung: Hochschule Mannheim vergibt je eine Million Euro an zwei Ausgründungen

LGR Reutlingen – 04 Juni 2026 | Die Hochschule Mannheim Zwei Ausgrndungen erhalten je eine Million Euro – ein klarer Hinweis darauf, dass das Exist-Förderungsprogramm weiterhin ein wichtiges Bindeglied zwischen Hochschul-Forschung und marktreifen Innovationen bildet. In einem kurzen Pressegespräch am Dienstag erklärte das Gründerzentrum der Hochschule, dass aus 63 Bewerbungen genau zwei Projekte ausgewählt wurden, die nun mit je einer Million Euro ausgestattet sind.

Hochschule Mannheim Zwei Ausgrndungen erhalten je eine Million Euro – ein Signal für den Technologietransfer

Das EXIST-Forschungstransfer-Programm, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) getragen wird, hat zum Ziel, Spitzenforschung aus dem Labor in marktreife Produkte zu überführen. Die beiden begünstigten Unternehmen – LiberaZell und Sapientec – stehen exemplarisch für die Bandbreite, die das Programm abdeckt: von der schonenden Lebensmittelkonservierung bis hin zu KI-gestütztem Strahlenschutz in der Medizintechnik.

LiberaZell hat eine neuartige Druckwechseltechnologie entwickelt, die flüssige Lebensmittel bereits während des Druckvorgangs schonend haltbar macht. Der entscheidende Vorteil gegenüber herkömmlichen Verfahren liegt in der Erhaltung von mehr als 95 % der Vitamine, was nicht nur die Nährstoffqualität steigert, sondern auch den Energieverbrauch signifikant senkt. Der Technologiepark der Hochschule unterstützt das Startup nun dabei, Prototypen zu skalieren und erste Pilotproduktionen mit regionalen Lebensmittelherstellern zu starten.

Sapientec hingegen konzentriert sich auf das Feld des Strahlenschutzes. Ihr KI-Assistent AI.Dos überwacht in Echtzeit die Strahlenbelastung von medizinischem Personal in Operationssälen. Durch die Kombination von Sensorik und maschinellem Lernen können potenzielle Überexpositionen sofort erkannt und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Der Markt für solche Lösungen wächst, da Krankenhäuser zunehmend auf digitale Sicherheitssysteme setzen, um regulatorischen Vorgaben und internen Sicherheitsstandards gerecht zu werden.

Beide Projekte verdeutlichen, wie die Exist-Förderung gezielt Innovationspotenziale stärkt, die nicht nur wissenschaftlich, sondern auch wirtschaftlich relevant sind. Während LiberaZell mit seiner Technologie die Lebensmittelindustrie nachhaltig verändern könnte, adressiert Sapientec ein kritisches Risiko in der Gesundheitsversorgung – den Schutz des Personals vor ionisierender Strahlung.

Impuls für Forschung und Wirtschaft in der Region

Die finanzielle Unterstützung hat zudem eine signalgebende Wirkung für die gesamte Rhein-Neckar-Region. In den letzten Monaten haben weitere deutsche Technologieunternehmen bedeutende Kapitalzuflüsse verzeichnet: Das Darmstädter Unternehmen Focused Energy schloss eine Series‑A‑Runde über 240 Millionen Euro ab, und das Berliner Startup INXM erhielt 5,7 Millionen Euro in einer Pre‑Seed‑Finanzierung. Obwohl diese Fälle nicht direkt mit der Hochschule Mannheim verknüpft sind, illustrieren sie ein günstiges Investitionsklima, in dem wissenschaftliche Innovationen zunehmend von privaten Kapitalgebern unterstützt werden.

Professor Dr. Martina Klein, Leiterin des Gründerzentrums der Hochschule Mannheim, betonte in einem Interview, dass die beiden Ausgründungen beispielhaft für die Qualität der Forschung an der Hochschule stehen. „Wir sehen hier nicht nur exzellente Technologie, sondern auch ein klares Geschäftsmodell, das sich bereits in frühen Marktphasen bewährt hat“, sagte sie. „Die Exist-Förderung ermöglicht es uns, die Brücke zwischen Labor und Markt zu schlagen, ohne dass Gründer in der kritischen Phase der Produktentwicklung an Finanzierungsmöglichkeiten scheitern.“

Die Fördermittel werden nicht nur für die Entwicklung von Prototypen verwendet, sondern fließen auch in den Aufbau von Produktionsanlagen, die Anstellung von Fachkräften und die Sicherstellung von Patentschutz. Beide Unternehmen planen, in den nächsten 12 bis 18 Monaten erste Markttests zu realisieren und damit potenzielle Kunden aus der Lebensmittel- bzw. Medizintechnik zu überzeugen.

Ein weiterer Aspekt, den die Hochschule hervorhebt, ist die Zusammenarbeit mit etablierten Industriepartnern. LiberaZell arbeitet bereits mit einem mittelständischen Molkereiunternehmen zusammen, das die neue Druckwechseltechnologie in Pilotlinien einbinden will. Sapientec kooperiert mit einem führenden Krankenhausverbund, um AI.Dos in mehreren Operationssälen zu testen und die gesammelten Daten für weitere Optimierungen zu nutzen.

Die Kombination aus staatlicher Förderung, universitärer Infrastruktur und industrieller Zusammenarbeit schafft ein Ökosystem, das für weitere Gründer attraktiv ist. In den kommenden Monaten wird die Hochschule ein neues Informationspaket veröffentlichen, das detaillierte Leitfäden, Checklisten und die drei Erfolgsfaktoren für einen erfolgreichen Exist-Antrag enthält. Damit sollen weitere innovative Projekte aus den Bereichen Life‑Science, KI und Nachhaltigkeit ermutigt werden, den Weg in die Marktreife zu finden.

Abschließend lässt sich sagen, dass die beiden Förderungen nicht nur den jeweiligen Unternehmen einen finanziellen Schub geben, sondern auch das gesamte Innovationsklima in Mannheim und darüber hinaus stärken. Durch gezielte Investitionen in Schlüsseltechnologien wie schonende Lebensmittelkonservierung und KI‑basierter Strahlenschutz wird die Region als Standort für zukunftsweisende Forschung weiter gefestigt.

#Ausgründungen#Exist-Förderung#Forschung#Hochschule Mannheim#KI-Strahlenschutz#Lebensmittelkonservierung#Startups#Technologietransfer

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