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Software

Rote Rosen wechselt zur Post-Production auf DaVinci Resolve

31. Mai 2026 um 02:22·Oliver Kuhn·Aktualisiert 2. Juni 2026
Rote Rosen wechselt zur Post-Production auf DaVinci Resolve

LGR Reutlingen – 31 Mai 2026 | Die ARD-Daily-Serie „Rote Rosen“ hat einen bedeutenden Schritt in ihrer Produktionskette vollzogen und stellt ihre gesamte Post-Production auf DaVinci Resolve um. Nach 18 Jahren und über 4.200 Folgen ersetzt die Serie, produziert von Studio Hamburg Serienwerft für Das Erste, ihren bisherigen Workflow, der stark auf Avid basierte, durch eine einheitliche Plattform für Schnitt, Grading, Sound, VFX und Auslieferung.

Ein zentraler Grund für die Umstellung ist der Wegfall des bisherigen AAF-Roundtrippings, das zwischen verschiedenen Softwarelösungen wie Avid Media Composer, Nuendo, Pro Tools, Adobe Media Encoder und After Effects stattfand. Post-Production Supervisor Jonathan Happ schätzt den Effizienzgewinn auf beeindruckende 10 bis 15 Arbeitsstunden pro Woche. Diese Entscheidung ist das Resultat einer schrittweisen Annäherung, bei der bereits ADR, VFX und Audio-Cleanup vor der vollständigen Migration auf Resolve durchgeführt wurden.

Mit der Entscheidung für DaVinci Resolve geht auch eine grundlegende Änderung der zugrunde liegenden Infrastruktur einher. Anstelle einer schlüsselfertigen Lösung eines etablierten Storage-Anbieters wird jetzt ein selbst beschaffter TrueNAS-Server mit einem Open-Source-Betriebssystem eingesetzt. Die Produktionskosten lagen dabei laut Angaben der verantwortlichen Produktionsfirma bei nur rund einem Viertel des ursprünglich kalkulierten Betrags. Lizenzkosten, darunter auch für Teradici-Zugänge, entfallen, was die Notwendigkeit einer Anbindung über proprietäre Schnittstellen überflüssig macht.

Diese Veränderung hat auch Auswirkungen auf die Skalierungslogik innerhalb der Post-Production: Zusätzliche Schnittplätze erfordern keine begleitenden Investitionen in Switch-Kapazität, Storage-Erweiterung oder Remote-Lizenzen, sondern lediglich die Anschaffung weiterer Workstations. Das Team erstellt nun wiederkehrende Effekte über vorgefertigte Fusion-Templates direkt im Schnitt, anstatt diese an externe Dienstleister zu vergeben.

Die Umstellung auf eine einheitliche Plattform bedeutet zudem einen Rückgang des Outsourcings. Die Serie verarbeitet jetzt viele Effekte intern, was nicht nur die Produktionskosten senkt, sondern auch die Abhängigkeit von externen Postproduktionshäusern verringert. Dies hat zur Folge, dass die Bereitstellung von Hardware-Kapazitäten und Personal durch externe Dienstleister zurückgeht.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Rekrutierung von neuem Personal. „Auf Avid geschulte Assistenzen zu finden, ist nahezu unmöglich. Mit Resolve können wir Studierende und Junior-Editorinnen aus lokalen Filmhochschulen ins Team holen“, erklärt Happ. Dies ist besonders für eine Daily-Serie mit hohem Personaldurchlauf ein wirtschaftlich relevantes Argument, das die technischen Vorteile der Umstellung um eine strategische Komponente im Personalmanagement erweitert.

Die Entscheidung von „Rote Rosen“, die Post-Production auf DaVinci Resolve umzustellen, wird nicht nur die internen Abläufe optimieren, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit der Serie in einem sich ständig verändernden Medienumfeld stärken. Die Kombination aus technischer Effizienz und strategischer Personalpolitik könnte sich als wegweisend für die Zukunft der Produktion im deutschen Fernsehen erweisen.

#DaVinci Resolve#Effizienzsteigerung#Filmindustrie#Medienproduktion#Post-Production#Rote Rosen#Studio Hamburg#Workflow

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