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Dell PowerEdge R4715 und R5715: Maßgeschneiderte Server für den SMB-Alltag

7. Juni 2026 um 19:18·Hendrik Schneider
Dell PowerEdge R4715 und R5715: Maßgeschneiderte Server für den SMB-Alltag

LGR Reutlingen – 08 Juni 2026 | Dell hat im März 2026 mit den PowerEdge-Modellen R4715 und R5715 zwei Server vorgestellt, die auf den ersten Blick wie eigenständige Produkte wirken. Tatsächlich aber handelt es sich um eine durchdachte Plattform-Matrix, die Unternehmen und ihren Channel-Partnern erlaubt, Infrastrukturinvestitionen präzise an die tatsächlichen Workloads anzupassen. Die Rede ist von From Database and Virtualized Workloads to Backup Dell PowerEdge R4715 and R5715 for SMB Realities – einem Ansatz, der die Realität vieler kleiner und mittlerer Unternehmen abbildet: knappe IT-Budgets, heterogene Anwendungen und der Wunsch nach Flexibilität ohne Overengineering.

Beide Plattformen teilen sich vier Optionen aus der AMD-EPYC-9005-Serie (8, 16, 24 oder 32 Kerne), eine einheitliche Speicherbestückung von bis zu 24 DDR5-RDIMM-Slots und das volle Dell-Management-Ökosystem inklusive iDRAC10 und OpenManage Enterprise. Der R4715 ist ein kompaktes 1U-System, das auf hohe Rechendichte setzt und mit bis zu acht NVMe-SSDs bestückt werden kann. Der R5715 ist das 2U-Pendant mit Fokus auf Speicherkapazität: Bis zu zwölf 3,5-Zoll-Festplatten oder 16 2,5-Zoll-Laufwerke passen in das Gehäuse, was Rohkapazitäten von 288 TB pro Knoten ermöglicht. Beide Server verzichten auf GPU- oder Fibre-Channel-Support – ein bewusster Verzicht, der die Systeme auf die Bedürfnisse von SMB-Kunden zuschneidet, die keine Beschleuniger brauchen, aber Wert auf eine unkomplizierte, vorhersagbare Plattform legen.

Von der Datenbank bis zum Backup: Die Workload-Perspektive

Um die Leistungsfähigkeit der Plattform-Matrix zu bewerten, haben wir die Server in drei typischen Szenarien getestet: transaktionale Datenbanken, Windows-basierte Dateiablage und virtualisierte Backup-Umgebungen. Die Ergebnisse zeigen, wie entscheidend die richtige CPU- und Speicherwahl ist – und dass es die eine „beste“ Konfiguration nicht gibt.

Für den Datenbank-Workload setzten wir HammerDB mit dem TPC-C-Benchmark auf MariaDB 12.3.1 ein. Auf dem R4715 mit NVMe-Flash-Speicher zeigte sich eine klare Skalierung mit der Kernzahl. Der 8-Kerner EPYC 9015 erreichte 480.818 NOPM (New Orders per Minute) im CPU-intensiven Profil, der 32-Kerner EPYC 9335 steigerte diesen Wert auf 1.133.714 NOPM. Der 24-Kerner EPYC 9255 erreichte mit 1.017.429 NOPM einen Preis-Leistungs-Süßpunkt, der für viele SMB-Datenbanken ideal sein dürfte. Der 16-Kerner EPYC 9135 landete bei 737.445 NOPM – ein Wert, der für viele Standardanwendungen mehr als ausreicht, und das bei niedrigeren Lizenzkosten, da viele Datenbanken und Windows Server pro Kern lizenziert werden.

Ein interessantes Detail: Der 16-Kerner entspricht genau der Mindestkernzahl für Windows Server-Lizenzen, was ihn zu einem natürlichen Einstiegspunkt für Windows-zentrierte Umgebungen macht. Wer hingegen auf Open-Source-Hypervisoren wie Proxmox setzt, kann mit dem 8-Kerner oder 16-Kerner ebenfalls sehr gute Ergebnisse erzielen – und spart zusätzlich Lizenzkosten.

Im zweiten Szenario testeten wir Windows Shared Storage mit FIO. Der R5715 mit RAID6-HDD-Array lieferte sequenzielle Durchsätze von bis zu 3,7 GB/s (Schreiben) und 2,2 GB/s (Lesen) – völlig ausreichend für Dateiablagen und Backup-Ziele. Der R4715 mit acht NVMe-SSDs zeigte dagegen eine völlig andere Leistungsklasse: Über 56 GB/s sequenzielles Lesen und mehr als 4 Millionen 4K-IOPS bei zufälligen Zugriffen. Die Latenz lag im Sub-Millisekunden-Bereich, während die HDDs bei Random-Writes auf über 100 ms kletterten. Für Anwendungen, die auf viele kleine Zugriffe angewiesen sind – etwa virtuelle Maschinen oder Multi-User-Dateifreigaben – ist der Flash-Pfad daher die einzig sinnvolle Wahl.

Das dritte Szenario bildet den Backup-Use-Case ab: Wir installierten Proxmox Backup Server 4.2.0 auf dem R5715 mit HDD-RAID6 und dem 8-Kerner EPYC 9015. Die Backup- und Restore-Leistung wurde hier durch die 1-GbE-Netzwerkanbindung begrenzt, aber die Plattform lässt sich problemlos auf 10 oder 25 GbE aufrüsten. Mit schnellerer Vernetzung wäre der R5715 in der Lage, auch größere VM-Datensätze in engen Backup-Fenstern zu bewältigen. Dieses Szenario zeigt, wie gut die Server für die typischen SMB-Realitäten geeignet sind: Sie müssen nicht die höchste Spitzenleistung bieten, aber zuverlässig, kosteneffizient und erweiterbar sein.

Die Ökosystem-Vorteile: iDRAC, Sicherheit und Lieferkette

Neben den reinen Benchmark-Zahlen spielt das Dell-Ökosystem eine entscheidende Rolle. iDRAC10 und OpenManage Enterprise bieten eine einheitliche Verwaltung über die gesamte 17. PowerEdge-Generation hinweg. Ein Administrator, der iDRAC beherrscht, kann jeden PowerEdge-Kunden betreuen – ein großer Vorteil für Systemhäuser mit vielen Kunden. Die Fernwartungsfunktionen, das Firmware-Management und die Redfish-API für Automatisierung reduzieren die Betriebskomplexität erheblich. Hinzu kommen Sicherheitsfeatures wie Silicon Root of Trust, signierte Firmware und TPM 2.0 mit FIPS-Zertifizierung. Und Dells Lieferkette gilt als eine der wenigen, die auch in Krisenzeiten verlässliche Lieferzeiten bieten kann – ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsvorteil für Partner, die Deals gegen Lieferunsicherheit absichern müssen.

Für SMB-Kunden mit kleinen IT-Teams oder für Channel-Partner mit begrenzter Personaldecke bedeutet das: weniger Zeit für Trouble, mehr Zeit für strategische Aufgaben. Die Server sind als „Known Quantity“ konzipiert – ein bewährtes System, das funktioniert, ohne Überraschungen zu liefern. Genau das ist der Kern von From Database and Virtualized Workloads to Backup Dell PowerEdge R4715 and R5715 for SMB Realities: Die Plattform soll nicht beeindrucken, sondern entlasten.

Dells Positionierung der R4715/R5715 als Einstiegspunkte in die AMD-basierte PowerEdge-Familie ist klug. Wer später mehr Leistung braucht – etwa GPUs oder mehr Kerne – kann auf die größeren Modelle R6715 und R7715 aufrüsten, ohne das Management-Toolset wechseln zu müssen. Diese Durchgängigkeit ist ein starkes Argument für Partner, die ihren Kunden einen Wachstumspfad anbieten wollen.

Unterm Strich liefern die R4715 und R5715 genau das, was sie versprechen: eine durchdachte Konfigurationsmatrix, die es erlaubt, den Server exakt an den Workload anzupassen – von der Datenbank über die Dateiablage bis zum Backup. Die Benchmark-Ergebnisse bestätigen, dass die vier CPU-Optionen sinnvoll gewählt sind und dass die Storage-Wahl den entscheidenden Unterschied macht. Für SMB-Kunden und ihre Partner sind diese Server eine pragmatische, zukunftssichere Investition – und ein weiterer Beleg dafür, dass Dell den Mittelstand versteht.

#AMD EPYC#Backup#Datenbank#Dell#PowerEdge#Server#SMB#Virtualisierung

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